Als die Frithiof und ihr Schwesterschiff Ingeborg gebaut wurden, waren Dampfbarkassen nichts Ungewöhnliches in den Gewässern von Stockholm. Sie machten ganz einfach den öffentlichen Verkehr von gestern aus und waren notwendige Beförderungsmittel in einer

Stadt mit viel Wasser und wenigen Brücken.
Frithiof und Ingeborg wurden beide im Jahre 1897 in der Stockholmer Werft Södra Varvet gebaut, um Besucher der in diesem Jahr in Stockholm stattfindenden grossen Kunst- und Industriemesse zu befördern. Auftraggeber war die Aktiengesellschaft Stockholms Ångslups AB, die zu dieser Zeit 40 kleinere Dampfschiffe im Linienverkehr hatte. Die Namen Frithiof und Ingeborg wurden nach den Hauptpersonen in "Frithiofs Saga", einer Poesiesammlung des Dichters Esaias Tegnér ausgewählt.
Die Erzählungen in Frithiofs Saga behandeln Kühnheit und Heldentaten aus der Wikingerzeit und waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts sehr beliebt. Es war eine Zeit von nationaler Euphorie und Optimismus, in welcher Schweden für die technische Entwicklung des Industrialismus eine bedeutende Rolle spielte. Nach der Schliessung der Ausstellung wurde die Frithiof in den Linienverkehr

aufgenommen. Mit der Erweiterung der Stadt wurden neue Kaiplätze und
Anlegestellen gebaut, und die Dampfbarkassen fuhren im Pendelverkehr Sommer wie Winter. Die Fahrten wurden mit sogenannten Polletten bezahlt. Aber während der 30er und 40er Jahre wurden in der Hauptstadt immer mehr Brücken gebaut und damit schrumpfte der Transportbedarf zur See kontinuierlich. Die Frithiof fuhr im Linienverkehr bis Anfang der 50er Jahre und blieb danach unbenutzt an verschiedenen Kaiadressen der Stadt liegen..
"In den 50er Jahren verschwanden die Dampfbarkassen langsam aber sicher aus

SO BUCHT MAN DIE FRITHIOF

Die Dampfbarkasse Frithiof bietet ein elegantes Ambiente für u.a. Empfänge, Familienfeste, Vereinsausflüge, PR-Aktivitäten und Vorstandssitzungen.
Das Schiff kann 62 Personen aufnehmen und der Speisesaal bietet Platz für 20 Gäste. Man kann auch Buffet-/Barbedienung für 30 - 35 Personen organisieren.

Für nähere Auskünfte über den Charterverkehr rufen Sie bitte 070-669 88 55 oder 08-669 88 50 an.

 

dem Linienverkehr.
Im Prinzip ist nur der Fährenbetrieb nach Djurgården geblieben, und die Dampfbarkassengesellschaft wurde in eine Immobiliengesellschaft umgewandelt", erzählt
Claes Insulander.
"Die Frithiof war zu dieser Zeit völlig wertlos, da überhaupt niemand an dem Kauf einer Dampfbarkasse interessiert war."
Aber gegen Ende der 60er Jahre tauchte ein Dampfschiffliebhaber auf und kaufte die Frithiof mit der Absicht, das Schiff wieder verkehrstüchtig zu machen. Seine Pläne gingen jedoch in die Brüche, da an Bord nach Schweissarbeiten ein Brand ausbrach, der die Frithiof in ein ausgebranntes Skelett verwandelte.
Kontinuierlichem Verfall ausgesetzt lag die Frithiof dann verlassen und vergessen auf der Insel Beckholmen. Im Jahre 1998 wurde das Schiff von Ingenieur K.G. Knutsson übernommen und eine Totalrenovierung eingeleitet.

DATEN DER
DAMPFBARKASSE FRITHIOF

Baujahr 1897 in der Werft Södra Varvet der Gesellschaft William Lindbergs Varfs- och Mekaniska Verkstads Aktiebolaget in Stockholm.
Die Dampfmaschine stammt aus demselben Jahr, konstruiert von Gustaf Ferdinand Flodman und gebaut bei Södra Varvet als eine zweizylindrige, sog. Compound-Dampfmaschine.
Der Dampfkessel ist ein Barkassenkessel mit gemauerter Hinterwand, früher typenspezifisch für Passagierdampfbarkassen. Der Kessel hat ein Feuerrohr und wurde 1999 in Sävsjö gebaut.
Länge 20 m
Breite 4,5 m
Tiefgang 1,7 m
Anzahl Passagiere 62
Geschwindigkeit 7,5 Knoten
Besatzung: Kapitän, Maschinenführer, Matrose (3 Personen)
Eigentümer: Ångfartygs AB Stockholms Omgifningar