Der Dampfer Mariefred ist wahrscheinlich ein in seiner Art einmaliges Schiff in der Welt. Denn es gibt vermutlich nirgendwo ein Fahrzeug, das 100 Jahre lang auf derselben Linie gefahren ist. Mit nur sehr wenigen Veränderungen an Bord wird das Schiff immer noch von der Originaldampfmaschine angetrieben.

"Mit jedem Jahr wird ein Schiff wie die Mariefred um eine Spur seltener. Auffallend ist, wieviele Menschen das Bedürfnis spüren mitzufahren", sagt Claes Insulander, Kapitän auf der Mariefred seit 1978. "Es ist wie ein Museumsbesuch, nur unterhaltsamer. Wir können den Leuten in der Praxis zeigen, wie die Technik zur Jahrhundertwende ausgesehen hat und wie faszinierend solche Reisen früher waren".

"Anfangs war es meinerseits eine reine Prestigesache, es war vornehm Kapitän auf einem Dampfschiff zu sein", erzählt er. "Mit der Zeit hat mich die Technik immer mehr fasziniert und auch die zum Schiff gehörende Vereinsarbeit. Es ist nämlich wirklich ein grosses Kulturprojekt."
Aber es gab nicht nur gute Zeiten für die Mariefred, besonders gross waren die finanziellen Sorgen. Obwohl die Verkehrssaisons meist keinen Verlust brachten, hat es selten einen Überschuss gegeben, worunter die für die Verkehrssicherheit notwendigen Unterhalts- und Reparaturarbeiten zu leiden hatten. Daher war es ein Freudentag für sämtliche Mariefred-
Liebhaber als der Stockholmer Geschäftsmann, Ingenieur sowie Freund und Kenner von Dampfschiffen K.G. Knutsson der Mariefred am 2. November 2000 eine grosse Spende zukommen liess.

Charterverkehr in Stockholm eingesetzt wird. Es stellte sich heraus, dass beide Herren ein gemeinsames Interesse an der Technik der Dampfschiffahrt hatten und den Verkehr mit hundert Jahre alten Dampfern, die ja ein einzigartiges Kulturerbe darstellen, absolut erhalten wollten.
Mit der Spende im Rücken kann die Mariefred heute nach Jahrzehnten mit finanziellen Verlusten und Rückschlägen wieder ruhig fahren. Und vielleicht ist es gerade so einfach wie sich K.G. Knutsson bei der Bekanntmachung der Spende ausdrückte: "Jetzt können alle Männer in ihren kleinen Plastikbooten noch einmal ein richtiges Schiff von früher zu Gesicht bekommen..."

"Claes Insulander ist heute ein viertel Jahrhundert lang Kapitän an Bord der Mariefred gewesen".

"Das ist der glücklichste Tag meines Lebens", meinte Claes Insulander euforisch als die Donation bekanntgegeben wurde. "Vorher haben wir uns zwar über Wasser gehalten, doch war es schwierig, alle notwendigen Unterhaltsarbeiten durchzuführen. Diese Spende wird sämtliche mit dem Schiff verbundenen Probleme lösen, und ich blicke mit grosser Zuversicht in die Zukunft". Claes Insulander hatte den Donator K.G. Knutsson einige Jahre vorher bei der Restaurierungsarbeit an der Dampfbarkasse Frithiof kennengelernt. Dieses Schiff ist eine 105-jährige Schönheit, die heute im